FIRMENCHRONIK

Reuttener Bergbahn AG. in Höfen
Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG

Bereits im Jahre 1945, also mit Kriegsende, wurden ernsthafte Gespräche und Vorbereitungen zur Errichtung eines Schiliftes bzw. Gondelbahn auf den Hahnenkamm in Höfen getroffen, welche aber damals an der Ungunst der Zeit und Währungsverhältnisse scheiterte.

Jedoch am 17. Juni 1955 haben die Verkehrsvereine Reutte und Lechaschau in einer gemeinsamen Vollversammlung beschlossen, die Frage der Errichtung einer Seilbahn auf den Hahnenkamm ernsthaft zu prüfen und alles zu unternehmen, was zur Verwirklichung geeignet erscheint.
Es wurde sodann ein Gründungsausschuss gebildet, dem folgende Pioniere angehörten:

Architekt Wilfried Jahoda
DI Wolfgang Larwin
Ing.Richard Ihrenberger
Hotelier Fritz Bunte
Gastwirt Max Kerber
Gastwirt Karl von Wiesenegg
Ing. Bernd Natter

Gastwirt Josef Pohler
Kaufmann Hermann Fuchs
Friseur Adolf Kofler
Bahnvorstand Josef Bußjäger
Tischlermeister Alois Hofer
Notariatsanwärter Dr. Ernst Wolf

Dazu gehörten die damaligen Bürgermeister der Gemeinden Reutte, Breitenwang, Ehenbichl, Lechaschau, Wängle und Höfen als erweiterter Gründungsauschuss und haben diese nach Bedarf an den Vorbereitungen zur Gründung der Gesellschaft teilgenommen.

Als Obmann dieses Gründungsausschusses wurde Dr. Ernst Wolf gewählt.

Am 13. Juli 1955 wurde eine Streckenbegehung vom bekannten Seilbahnfachmann Dipl. Ing. Peyrl mit Dr.Wolf, Architekt Jahoda, Hotelier Max Kerber und Tischlermeister Hofer, zur Höfener Alm durchgeführt. Wobei der rustikale Regenschirm des Luis Hofer jeweils als Peillatte diente und als letzten Standpunkt oben auf der Höfener Alm von ihm in den Boden gerammt wurde.

Mit den Worten: “Und hier kommt die Bergstation hin“ wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt und genau an dieser Stelle wurde die Bergstation der Kabinenbahn errichtet.

Mit Dr. Paul Schwarzkopf und seinem Freund Enzio Foradori wurde die Aufbringung des Grundkapitales ermöglicht. Aufgrund der Bemühungen der Beiden, waren 252 Aktionäre bereit, sich an dem Projekt mit einem Grundkapital von ATS 5,2 Mio (€ 0,38 Mio) zu beteiligen.

Am 25. Mai 1956 fand im Sporthotel Tirolerhof in Reutte die Gesellschafterversammlung der Reuttener Bergbahn Aktiengesellschaft, gelegen in Höfen, statt. Dr. Eduard Mairamhof, öffentlicher Notar mit Amtssitz in Reutte, bestätigte die Richtigkeit und Vollständigkeit der Vorgänge dieser Gründungsversammlung protokollarisch.

Laut diesem Protokoll wurde Dr. Ernst Wolf der Vorsitz übertragen. Dieser übernahm die Organisation und klärte die Anwesenden über die Vorarbeiten des Gründungsausschusses zur Errichtung einer Seilbahn auf die Höfener Alm auf und erläuterte die Beweggründe zur Errichtung einer Aktiengesellschaft.

Weitere wesentliche Punkte waren:

  • Die Satzungen wurden verlesen und einstimmig angenommen.
  • Das Grundkapital von ATS 5,2 Mio. wurden von den Gründern (252 Gesellschaftern) übernommen.
  • Der Vorsitzende stellte fest, dass Sacheinlagen oder Sachübernahmen nicht vorliegen würden und, dass die gezeichneten Beträge bereits mindestens zu einem Viertel eingezahlt seien.
  • Die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder wurden mit 10 Anwesenden beschlossen und es wurde einstimmig gewählt:
    • Oberveterinärarzt Dr. Josef Wagner, Bürgermeister in Reutte
    • Josef Bußjäger, Bahnvorstand in Reutte
    • Florian Kerber, Bürgermeister in Breitenwang
    • Alois Hofer, Tischlermeister in Höfen
    • Max Kerber, Gastwirt in Breitenwang
    • Josef Pohler, Gastwirt in Lechaschau
    • Rudolf Hausmann, Dir. In Innsbruck
    • Dr. Otto Graber, Dir. In Reutte
    • Dr. Roman Call, Dir. In Innsbruck
    • Komm.Rat. Enzo Foradori, Fabrikant in Innsbruck

Die Gründer erteilten Ihre Zustimmung zur Aufnahme eines ERP –Kreditesin Höhe von ATS 3,5 Mio. Der Aufsichtsrat bestellte einstimmig zum Vorstand der Gesellschaft Herrn Dr. Ernst Wolf. Ende Juli 1956 begann sodann Baumeister Werner Storfmit einem 3-Schichtbetrieb den Bau in Angriff zu nehmen.

Bis zum Herbst 1956 stand bereits die Materialseilbahnund bereits zur Weihnachtszeit 1956/57 war die Betonplatte, das Fundament der Berg-Antriebsstationgeschaffen. Die Baustelle am Berg wurde dabei komplett überdacht, sodass auch bei schlechtem Wetter gearbeitet werden konnte.

Ing. Larwinhatte die technischen Berechnungen,sowie Koordination der Firmen Pohlig –Wien, Simmering –Graz Pauker, Felten & Guilleaume, St. Egydyer und AEG mit dem Arbeitserfolg der Firma Baumeisters Storf übernommen.

Es stellte sich jedoch schließlich heraus, dass das Finanzierungskonzeptmit Kosten von insgesamt ATS 8,7 Mil. erheblich überschritten wurde.

Durch die folgenden Beschlüsse kam die Kostensteigerung zugegen der ursprünglichen Planung und Kalkulation erst zustande:

  • Der Antrieb wurde vom Tal auf die Bergstation verlegt.Denn um beim Ausfall eines Motors einen Notbetrieb gewährleisten zu können, wurden zwei Antriebsmaschinen installiert. Dadurch erhöhte sich das Bauvolumen der Bergstation ebenfalls.
  • Folglich musste das Grundkapital auf ATS 7,0 Millionen aufgestockt werden und ein weiterer ERP-Kredit in Höhe von ATS 1,7 Millionen wurde, um den Finanzengpass überbrücken zu können, unumgänglich.
  • Noch während der Bauperiode kam es zur Ausschreibung des Postens des Betriebsleiters und Ing. Hermann Maierwurde unter 18 Bewerbungen zum Betriebsleiter bestellt.

In nicht ganz einem Jahr wurde die Zubringerstraße,die Talstation, die Bergstation, die Stromerschließung und die gesamte technische Montage durchgeführt, sodass schon Ende Juni 1957 der Probebetriebaufgenommen werden konnte.

Am 28. Juli 1957 erfolgte schließlich die öffentliche Inbetriebnahmeder Reuttener Bergbahn.

Zu diesem Zeitpunkt gab es bereitseine provisorische Berghütte mit Bewirtschaftung oberhalb der Bergstation,die von Max Kerber geleitet wurde. Einige Jahre später wurde ihm auch die Leitung des ausgebauten Restaurantsin der Station übertragen.

1956 Bau Kabinenbahn
1958 Bau Höfener Alm-Lift
1959 Waldrast-Lift wurde übernommen
1961 Aufstockung Grundkapital auf ATS 7,8 Mio. zur Errichtung eines Sesselliftes auf die Windblesse in Tannheim
1962 Erweiterung Berggasthof
1967 Abgang Mure –Stütze III wurde abgetragen undErhöhung Stütze IV, Bau Jochhalde-Lift und Kauf des Grundstückes in der Waldrast, das als Parkfläche dienen sollte Beteiligung an Alpenbadgesellschaft mit ATS 480.000,–und Gründung der Tochtergesellschaft in Tannheim
1971 Lawinenunglück
1972 Gründung der Tochterfirma Tannheimer Liftgesellschaft Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG Einlage Reuttener Bergbahn AG. als Komplementärin aus Betriebsverbmögen bestehender Anlagen, Grundstücke und Rechte in Tannheim im Wert von ATS 2,5 Mio Bareinlage ATS 1,0 Mio Kommanditisten ATS 5,0 Mio
1975 Bau von 2 Lawinensprengbahnen und Bau einer stationären Lawinenverbauung. Durch Absprengung des Haldenkopfes wurde eine der attraktivsten Abfahrtsflächen auf der Höfener Alm geschaffen.
1977 Errichtung Waldrast Kleinlift
1978 Bau Alpkopflift und Bau der Wartehalle an der Talstation
1981 Austausch der Kabinen und Erneuerung der Steuerungstechnik
1982 Errichtung Wängler Kleinlift
1983 Stilllegung Wängler Kleinlift Neues Kassen-Lesesystem der Firma GAMA
1984 Gründung der Tochterfirma Sesselbahn Höfener Alm Reuttener Bergbahnen GmbH & Co KG mit einerKapitalaufbringung Reuttener Bergbahn AG. als Komplementär ATS 6,2 Mio 4 Kommanditisten ATS 6,0 Mio
1984 Bau des Doppelsesselliftes Höfener Alm Errichtung Lawinenverbauung
1985 Verkauf Waldrast Kleinlift und Anbau des Stiegenaufgangszum oberen Restaurant in der Bergstation 1988 Verkauf Waldrastlift an FremdenverkehrsverbandReutte und Umgebung.
1994 Neues Kassen-Lesesystemder Firma Systems
1995 Bau der Beschneiungsanlage mit Speicherteich 15.000 m³
2002 Konkurs Reuttener Bergbahn AG. in Höfen und LiquidierungSesselbahn Höfener Alm Reuttener Bergbahn AG. in Höfen & Co KG
2002 Gründung Reuttener Seilbahnen GmbH und Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG (15.10.2002)mit den Gesellschaftern:
– Elektrizitätswerke Reutte
– Raiffeisenbank Reutte
– Sparkasse Reutte
– Tourismusverband Ferienregion Reutte
Kauf der bestehenden Anlagenin Höfen und Komplementärbeteiligung in Tannheim
2002 Bau 4er kuppelbare SesselbahnHöfener Alm –nach vorangegangenem Abbruch Schlepplift Höfener Alm
2003 Pistenbau Schiwegund Gratabfahrt sowie Voralpe
2003 Pachtvereinbarung Waldrastlift
2004 Erweiterung Beschneiungsanlagemit Speicherteich 30.000 m³
2005 PistenbauPuckkurve und Gute Hirt Erweiterung Beschneiungsanlage inkl. Druckerhöhungsstation
2006 Pistenbau Waldgasse Neues Kassen-und Lesesystem SkiData
2007 Fertigstellung Pistenbau Waldgasse
2008 Auflösung Pachtvereinbarung Waldrastlift
2009 Begehungen, Planungen –Neubau 8EUB und Bergrestaurant Verkauf der Komplementärbeteiligung in Tannheim Konzessionsverlängerung DSL Höfener Alm
2010 Weiterbau Fahrweg von Druckerhöhungsstation Beschneiung bis Bergstation. Kabinenbahn Finanzierungdurch Gemeine Höfen und Agrargemeinschaft Höfen Tieferlegung Leitungen durch Reuttener Seilbahnen
2010 Bau Hahnenkammbahn Höfen mit Zwischenstation (8er Einseilumlaufbahn)
– Bau Panoramarestaurant Hahnenkamm
– Erweiterung Beschneiung bis Bergstation Hahnenkammbahn Höfen
– Sanierung Krainerwand Waldgasse
– Abbruch DSL Höfener Alm und Jochhalde-Lift Stilllegung Reuttener Bergbahn „Kabinenbahn“ letzte offizielle Personenbeförderung 26.10.2010
11.12.2010 Inbetriebnahme neue Hahnenkammbahn Höfen und Panoramarestaurant.
2012 Sanierung Krainerwand Waldgasse –Fertigstellung.
2013 Erhöhung Förderleistung Hahnenkammbahn Höfen von 1.400 Pers./h auf 1.630 Pers./h.
– Erweiterung der Parkplätze
2016 Abtretung der Gesellschaftsanteile der Reuttener Seilbahnen GmbH und der Reuttener Seilbahnen GesmbH & Co KG der ehemaligen Gesellschafter Elektrizitätswerke Reutte, Raiffeisenbank Reutte, Sparkasse Reutte, Tourismusverband Ferienregion Reuttean die Familie Gerber
– Sanierung und Erweiterungder Beschneiungsanalge